Bei jeder Übung erhält der Patient eine Aufgabe, ein so
genanntes Problem (z. B. Erkennen von verschiedenen
Figuren bei geschlossenen Augen). Durch geführte,
assistierte oder aktive Bewegungen soll der Patient
bestimmte Informationen aufnehmen und somit sein
Problem – das Erkennen der Figur – lösen. Es ist also von
großer Bedeutung, dass jede Bewegung ein überprüfbares
Ziel hat, denn die abstrakte Bewegung ist für das
ZNS sinnlos und führt zu keinem Lerneffekt.
Bei den meisten Übungen wird die Bewegung mit geschlossenen Augen durchgeführt, um so die Körperwahrnehmung in den Vordergrund zu rücken und um dadurch die meist dominante visuelle Komponente nicht zu sehr als kompensatorische Informationsaufnahme zu etablieren.
Bei den Übungen 3. Grades beginnt der Patient schleichend
und kaum merkbar die Bewegung selbstständig
auszuführen. Dabei wird versucht, die kinematische Kette
sukzessiv zu verlängern und immer komplexere Aufgaben
durchzuführen. Die aktive Bewegung dient wiederum
dem Einholen bestimmter Informationen. Der Patient
muss lernen, das eventuelle Auftreten von primitiven
Bewegungsschablonen (elementare Schemata) zu vermeiden
und stattdessen hoch entwickelte, fragmentierte
Bewegungen hervorzubringen.
Die systemische Durchführung der aufeinander abgestimmten Übungen verlangt eine präzise Arbeitsweise und dient der ständigen Qualitätskontrolle der durchgeführten therapeutischen Maßnahmen.